Ich wollte nicht dich. Ich wollte das Gefühl.

Dieser Text ist für alle, die sich schon mal gefragt haben:
Warum halte ich eigentlich fest?

Ich habe lange nicht verstanden, was da eigentlich in mir passiert.
Ich wusste es besser.
Ich habe die Red Flags gesehen.
Ich habe gespürt, dass es nicht passt.

Und trotzdem war da etwas in mir, das festhalten wollte.

Heute weiß ich:
Ich habe nicht diesen Menschen gewollt.
Ich habe das Gefühl verfolgt,
das ich mit ihm hatte.

Und der Teil, der wirklich schwer zu erkennen war:

Ich hatte keine echten Gefühle für ihn.
Keine Tiefe.
Keine echte Verbindung.

Ich habe gesehen, was ich sehen wollte.
Ich habe das Äußere gesehen
und das Innere übersehen.

Und daraus etwas gemacht,
das nie wirklich da war.

Ich habe die Realität ausgeblendet.
Nicht aus Naivität.
Sondern weil ein alter Teil in mir gehofft hat.

Ein Teil, der schon als Kind gelernt hat zu warten –
auf meine Mama.

Von der ich viel zu früh getrennt wurde.

Und lange dachte,
sie hätte mich nicht gewollt.

Und früh gelernt hat,
sich selbst zu verlieren,
um andere zu halten.

Sich selbst hinten anzustellen,
um andere zu retten.

Und viel zu früh Verantwortung zu tragen,
ohne zu merken,
dass es nie meine hätte sein sollen.

Ich habe Aufmerksamkeit mit Liebe verwechselt.

Ich dachte:
Wenn jemand, den viele wollen, mich will,
dann muss ich etwas Besonderes sein.
Dann muss das Liebe sein.

Und gleichzeitig war da ein Widerspruch,
den ich lange nicht verstanden habe:

Ich habe diese Aufmerksamkeit bekommen.

Ich habe sie nie wirklich wahrgenommen.
Nie wirklich gefühlt.

Es war keine Liebe.

Es war ein Gefühl.
Ein vertrautes Gefühl.

Und hier liegt der Punkt, den ich lange nicht sehen wollte:

Ich kannte dieses Gefühl schon.
Mein ganzes Leben lang.

Ich habe Aufmerksamkeit bekommen.
Sie war für mich so selbstverständlich,
dass ich sie nie wirklich gespürt habe.

Sie war da –
ich habe sie nicht als etwas Wertvolles wahrgenommen.

Also habe ich im Außen danach gesucht.

Bei Menschen,
die nie wirklich erreichbar waren.

Die mich in einer Schleife aus Hoffnung gehalten haben.

Und bei denen jedes Mal Chaos entstand,
sobald es hätte echt werden können.

Vielleicht auch,
weil es nie hätte sein sollen.

Und weil ich selbst Nähe nicht halten konnte.

Ich wollte die Möglichkeit.
Die Hoffnung.

Aber keine echte Nähe.

Weil sich Nähe für mich lange wie etwas Gefährliches angefühlt hat.

Und trotzdem konnte ich nicht loslassen.

Heute verstehe ich, warum:

Ich hätte nicht den Menschen loslassen müssen.
Sondern die Hoffnung.

Und die war das,
woran ich wirklich festgehalten habe.

Und vielleicht war genau das der Grund,
warum ich so lange festgehalten habe.

Nicht an ihm.
Sondern an dem,
was ich in ihm gesehen habe.

Bis ich irgendwann verstanden habe:

Ich habe nichts verloren.

Ich habe nur aufgehört,
etwas festzuhalten,
das ich selbst erschaffen habe.

Und das ist der Moment,
in dem sich etwas verschiebt.

Loslassen bedeutet nicht,
dass es nicht real war.

Es bedeutet,
dass du aufhörst, etwas festzuhalten,
das nicht echt war –

und anfängst,
dir selbst wirklich zu begegnen.