Ich habe lange geglaubt, ich verliere im Leben.

Weil Dinge nicht funktioniert haben.
Weil Menschen gegangen sind.
Weil ich immer wieder an denselben Punkt zurückgekommen bin.

Heute weiß ich:
Ich habe mich nicht in Menschen verloren.
Sondern in Hoffnung.

Und noch etwas verstehe ich heute klarer:
Hoffnung war nicht nur etwas Schönes.
Sie war auch ein Ausweichen.

Ein Weg, Realität nicht ganz fühlen zu müssen.
Ein Festhalten an Möglichkeiten,
anstatt zu sehen, was wirklich ist.

Und heute ist mir klar:
Ich gewinne nicht immer.

Aber ich bleibe nicht mehr liegen.

Natürlich gewinne ich immer

Nicht, weil alles leicht war.
Sondern weil ich gelernt habe, aufzustehen,
wenn ich am Boden lag.

Auch wenn ich manchmal liegen geblieben bin.
Nicht aus Schwäche
sondern um mich zu sammeln,
bevor ich weitergehe.

Ich habe verloren.
Ich habe mich geirrt.
Ich habe zu lange festgehalten.

Aber ich bin weitergegangen.

Und genau darin liegt mein Gewinn.

Weil ich verstanden habe,
dass Sackgassen nicht das Ende sind.
Dass man manchmal umdrehen muss.
Dass man nicht alles mitnehmen kann,
wenn man wirklich weitergehen will.

Ich habe mein Licht in andere gelegt

Ich habe gehofft.
Ich habe projiziert.

Ich habe mein eigenes Licht
in anderen gesehen
und sie größer gemacht, als sie waren.

Ich habe Potenzial gesehen,
das ich selbst erschaffen habe.

Und sie haben begonnen,
genau das zu leben

haben sich selbst auf ein Podest gestellt,
das von meinem Licht getragen war.

Und ich habe mich gewundert,
warum sie sich so verhalten,
als wären sie größer als sie sind.

Heute weiß ich:
Ich habe sie gesehen
aber nicht, wie sie sind.

Ich habe gesehen,
was ich in ihnen sehen wollte.

Und dabei habe ich mich verloren.

Immer wieder vor dem Spiegel

Es gab Momente,
in denen ich in den Spiegel geschaut habe
und mir selbst nicht mehr ausweichen konnte.

Und es war nicht das letzte Mal.

Ich stand wieder vor dem Spiegel.
Und wieder.
Wieder.

Und ich werde es wieder tun.

Weil das mein Maßstab geworden ist
mich zu fragen,
ob ich noch auf meinem Weg bin.

Denn Erkenntnis und Loslassen
sind nicht dasselbe.

Man kann sich selbst sehen
und trotzdem noch warten.
Noch einmal hoffen.
Noch einmal bleiben.

Und irgendwann
ist es das letzte Mal.

Nicht, weil sich etwas im Außen verändert
sondern weil du es tust.

Die Hoffnung an der falschen Adresse

Heute verstehe ich endlich, warum.

Es ging nie um den Menschen.
Es war die Hoffnung.

Ich habe nicht geliebt,
was war.
Sondern das,
was hätte sein können.

Und je größer die Hoffnung war,
desto stärker fühlte es sich wie Liebe an.

Aber in Wahrheit
war es oft ein Ausweichen.

Ein Festhalten an Möglichkeiten,
damit ich nicht fühlen muss,
was wirklich da ist.

Heute weiß ich:

Die Hoffnung musst du an der richtigen Stelle suchen.
Nicht im Außen.
Nicht in Menschen, die sich vielleicht noch ändern.
Sondern dort,
wo sie immer hingehört hat.

Bei dir.

Denn in Wahrheit
habe ich mich nicht in Menschen verliebt.

Sondern in das Gefühl,
das sie in mir ausgelöst haben.

In Möglichkeiten.
In Projektionen.
In das, was hätte sein können.

Und sobald Realität da war,
war ich überfordert.

Weil ich gar nicht verbunden war.
Nicht mit ihnen.

Sondern mit mir selbst.

Wir verlieren uns nicht in Menschen

Und vielleicht ist genau das der Punkt:

Wir halten nicht an Menschen fest.
Sondern an Gefühlen.
An Geschichten.
An Hoffnung.

Vielleicht ist Loslassen deshalb so schwer.

Nicht, weil wir jemanden vermissen.
Sondern weil wir uns selbst verloren haben.

Ich bleibe. Bei mir.

Heute erkenne ich, was wirklich meins ist
und was nur eine alte Wunde war,
die sich wie Sehnsucht angefühlt hat.

Ich habe aufgehört, mir selbst im Weg zu stehen.

Und plötzlich kann das,
was wirklich zu mir gehört,
auch bei mir ankommen.

Ich sehe früher,
wenn ich beginne, mir etwas schönzudenken
anstatt zu sehen, was ist.

Und genau da entscheide ich anders.

Ich bleibe.
Bei mir.

Und genau deshalb gewinne ich.

Nicht, weil ich nie falle
sondern weil ich mich nicht mehr verliere.

Vielleicht gewinne ich
zum ersten Mal wirklich.

Indem ich die Version von mir lebe,
die ich damals gebraucht hätte.

Eine Frage an dich

Wenn du ehrlich bist:

Hast du auch schon Hoffnung
an die falsche Adresse geschickt?

Und wenn ja

Woran wirst du es beim nächsten Mal früher erkennen
dass du gerade wieder hoffst
anstatt wirklich zu sehen?

Und wann fängst du an
sie wieder zu dir zurückzuholen?