Ich dachte lange, es geht um sie.
Um das, was sie getan haben.
Um das, was gesagt wurde.

Heute weiß ich:
Es ging nie wirklich um sie.

Ich habe im Außen gesucht, was ich in mir verloren hatte

Ich habe geglaubt, dass das, was im Außen passiert, die Ursache ist.
Menschen. Situationen. Verhalten.

Aber das war nicht die Wahrheit.

Die Wahrheit ist:
Ich war nicht mit mir verbunden.

Ich habe gegeben, ohne zu spüren.
Ich habe getragen, was mich nicht tragen konnte –
und ich habe es Liebe genannt.

Ich habe früh gelernt, zu fühlen, was andere fühlen

Nicht, weil ich es wollte –
sondern weil ich es musste.

Ich war vier Jahre alt,
als ich zwischen schreienden Erwachsenen stand,
während um mich herum alles eskaliert ist.

Meine Schwestern waren hinter der Couch.
Und ich bin zur Tür gerannt.
Habe sie aufgerissen und um Hilfe geschrien.

Heute weiß ich: Das war Mut.
Und ich wurde dafür bestraft.

Nicht für Fehler.
Für das Richtige.

Aber es war auch der Moment,
in dem ich gelernt habe, Dinge zu tragen,
die kein Kind tragen sollte.

Ich habe gesehen, verstanden, gefühlt –
und geglaubt, verantwortlich zu sein.

Nicht, weil es meine Aufgabe war.
Sondern weil ich nie gelernt habe, bei mir zu bleiben.

Ich habe viel gegeben

Nicht, weil ich musste.
Sondern weil ich wollte.
Weil ich konnte.

Ich hatte diese Fülle in mir.
Diese Quelle.

Aber ich war nicht mit ihr verbunden.

Also ist sie nach außen geflossen.
In andere.
Statt in mich.

Ich habe jemandem den Schlüssel gegeben.
Im Vertrauen darauf,
dass er sorgsam ist.

Dass er nur nimmt, was er braucht.
Dass er sich am Ende für mich entscheidet.

Stattdessen hat er andere reingelassen.
Sich an dem aufgebaut,
was eigentlich mir gehört hat.

Und mich draußen gelassen.

Ich saß davor
und dachte, ich bin ausgeschlossen.

Bis ich verstanden habe:

Es ist meine Quelle.

Meins.

Es war nie weg.
Ich war es.

Ich habe Stärke verwechselt

Ich war stark.

Ich konnte tragen.
Fühlen.
Aushalten.

Aber ich habe Stärke falsch eingeordnet.

Ich habe äußere Stärke
für innere Stabilität gehalten.

Und mich geirrt.

Auftreten. Disziplin. Kontrolle.
Mit dem, was wirklich trägt.

Ich habe mein eigenes Licht in andere gelegt.

Ich habe gesehen, was möglich ist –
und geglaubt, es wäre schon da.

Ich habe Potenzial gesehen.
Und es für Realität gehalten.

Ich dachte: das ist er.

Aber es war ich.

Ich war nicht mit mir verbunden.
Also habe ich im Außen gesucht,
was eigentlich aus mir kommt.

Ich habe jemanden zum Licht gemacht –
weil ich mein eigenes nicht gehalten habe.

Und weil ich nicht bei mir war,
habe ich mein inneres Kind in Beziehungen geschickt.

Statt mich selbst.

Der Bruch

Es war kein leiser Prozess.
Es war ein Bruch.

Ein Schmerz,
so stark,
dass ich dachte, ich halte das nicht aus.

Und dann ist etwas passiert.

Nicht im Außen.
In mir.

Als hätte sich etwas gelöst.
Als wäre ein Band gerissen,
das mich jahrelang gehalten hat.

Ich wusste nicht,
ob ich falle oder fliege.

Beides.

Der Weg nach unten

Es gab keinen Weg mehr nach vorne.
Keinen zurück.

Also blieb nur einer:
nach unten.

Nicht, um zu kämpfen.
Nicht, um zu beweisen.

Sondern um mir zu begegnen.

Still.
Allein.
Ehrlich.

Es war das Schwerste,
was ich je getan habe.

Aber es war das Einzige,
was noch übrig war.

Der Wendepunkt

Dieser Knall war keine Strafe.
Er war eine Korrektur.

Ich habe aufgehört,
mich selbst zu verlassen.

Das war der Wendepunkt.

Ich habe nichts verloren

Ich habe nichts verloren.

Ich konnte es nicht halten,
was ich mir aufgebaut hatte.

Nicht, weil es zu viel war –
sondern weil ich mich nicht gehalten habe.

Ich habe nicht verstanden,
wie ich ticke.
Wie ich funktioniere.
Wer ich bin.

Also ist es mir immer wieder entglitten.

Nicht einmal.
Mehrfach.

Und jedes Mal hat es etwas verbrannt.

Vorstellungen.
Abhängigkeiten.
Illusionen.

Und aus dem, was übrig blieb,
ist etwas anderes entstanden:

Klarheit.
Kraft.
Ich.

Abschluss

Heute bin ich dankbar.

Für das, was passiert ist.
Und für die, die ich geworden bin.

Für jeden Schritt.
Für jeden, der gekommen ist.
Und für jeden, der gegangen ist.

Ich nehme nichts mehr persönlich.

Ich habe verstanden,
was wirklich dahinter liegt.

Ich sehe, was es ist.

Ich bin durch meine eigene Hölle gegangen.

Mit jedem Fall
bin ich mir näher gekommen.

Und heute bin ich zum ersten Mal
wirklich mit mir verbunden.

Ich bin bei mir angekommen.

Wenn du dich darin wiedererkennst,
dann weißt du,
dass es auch für dich nicht um sie geht.

Der Weg zurück
führt immer
durch mich.