Seelenleben

Glaube ich an Seelenliebe?

Ja. Natürlich glaube ich an Seelenliebe.

Aber meine Vorstellung davon hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert.

Ich habe aufgehört, die Antworten auf diese Frage in Büchern, im Internet oder bei irgendwelchen Gurus und Lehren zu suchen. Ich wollte meine eigene Erfahrung machen. Meine eigene Meinung entwickeln. Herausfinden, was sich für mich wirklich nach Liebe anfühlt – und was vielleicht nur als Liebe verkauft wird.

Heute weiß ich sehr klar:

Toxische karmische Lernaufgaben haben für mich nichts mit Seelenliebe zu tun.

Liebe ist.

Liebe ist nicht das ständige Hoffen darauf, dass ein anderer Mensch sich irgendwann entscheidet.

Liebe ist nicht, auf jemanden zu warten, während er andere Menschen ausprobiert.

Liebe ist nicht, zur Option gemacht zu werden, weil man angeblich „der Seelenpartner“ ist und deshalb schon irgendwie bleiben wird.

Und Liebe ist schon gar nicht die Vorstellung:

Ich probiere erst einmal alle anderen aus und komme dann zu dir zurück, wenn ich alt und verbraucht bin, weil du ja immer noch da bist.

Nee.

So sehe ich Seelenliebe nicht mehr.

Du bist nicht dafür da, jemanden zu retten

Ich glaube heute auch nicht mehr daran, dass es die Aufgabe eines Menschen ist, seinen sogenannten Seelenpartner durch dessen Entwicklung zu tragen.

Du kannst einen Menschen lieben.

Du kannst ihn verstehen.

Du kannst Mitgefühl haben.

Du kannst seine Geschichte sehen und vielleicht sogar erkennen, welches Potenzial in ihm steckt.

Aber du kannst nicht für ihn entscheiden, ob er dieses Potenzial auch leben möchte.

Und du musst es auch nicht.

Wenn ein Mensch keine Lust hat, an sich zu arbeiten, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen oder sich ehrlich mit sich selbst auseinanderzusetzen, dann ist es nicht deine Aufgabe, ihn mitzuziehen.

Du musst dein ganzes Leben nicht dafür opfern, dass ein anderer Mensch irgendwann dort ankommt, wo du schon längst bist.

Deine Energie gehört dir.

Deine Kraft gehört dir.

Deine Reflexion gehört dir.

Dein Bock auf Lernen, dein Wachstum, deine Stärke und alles, was du dir in deinem Leben erarbeitet hast, darf bei dir bleiben.

Du musst dich nicht kleiner machen, damit ein anderer Mensch neben dir größer wirken kann.

Und du musst dich auch nicht selbst verlassen, um einem anderen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu finden.

Ich hatte dieses Gefühl schon sehr früh

Den Gedanken an einen wirklich perfekt zu mir passenden Menschen hatte ich schon sehr früh.

Diese Seelenliebe, diese Verbundenheit, dieses gemeinsame Frei-Sein. Lebendig gemeinsam sein. Zusammen wachsen.

Einfach dieses Gefühl:

Da draußen ist jemand, der ist wie ich.

Jemand, der ähnlich fühlt.

Ähnlich denkt.

Jemand, der diese Tiefe hat und sie nicht als Problem empfindet.

Jemand, der meine gleichen Werte lebt.

Jemand, der genauso viel wissen, lernen, verstehen und wachsen möchte wie ich.

Jemand, der Spaß am Leben hat und an all seinen Facetten.

Damals konnte ich das natürlich noch nicht so benennen wie heute. Wie auch?

Und ich konnte noch nicht wissen, wie viele Verwechslungen ich auf meinem Weg dorthin erst einmal würde ablegen müssen.

Ich musste erst lernen, Intensität nicht mehr mit Liebe zu verwechseln.

Schmerz nicht mehr mit Tiefe.

Sehnsucht nicht mehr mit Verbindung.

Und eine schwierige Beziehung nicht mehr mit einer besonderen Bestimmung.

Manchmal glauben wir sogar, wir müssten nur lange genug durchhalten, damit aus all dem irgendwann Liebe wird.

Heute sehe ich das anders.

Erst jetzt habe ich verstanden, dass dieses frühe Gefühl für mich nie bedeutet hat, auf irgendeinen Menschen zu warten.

Es ging vielmehr darum, mich selbst wiederzufinden.

Mich wieder mit mir zu verbinden.

Und zu erkennen, welche Art von Mensch ich selbst bin und welche Art von Beziehung ich wirklich leben möchte.

Seelenpartner treffen dieselbe Entscheidung

Für mich bedeutet Seelenliebe heute nicht, dass zwei Menschen füreinander bestimmt sind und deshalb einer jahrelang auf den anderen warten muss.

Ganz im Gegenteil.

Wenn zwei Menschen wirklich auf einer tiefen Ebene zusammengehören, dann treffen sie unabhängig voneinander die gleichen Entscheidungen, damit sie sich treffen können, wenn die Zeit bereit ist.

Beide übernehmen Verantwortung für ihr Leben.

Beide entwickeln sich.

Beide meistern ihre Lernaufgaben.

Beide schauen hin und reflektieren.

Beide wollen wachsen.

Beide entscheiden sich.

Gleich.

Nicht einer für den anderen, sondern jeder für sich.

Und am Ende sind sie das Geschenk füreinander.

Nicht einer, der wartet, während der andere seine Erfahrungen mit anderen Menschen macht.

Nicht einer, der sich aufopfert, während der andere irgendwann vielleicht erkennt, was er verloren hat und zurückkommen möchte.

Nein.

Es ist ganz simpel.

Es sind zwei Menschen, die sich auf Augenhöhe begegnen.

Und dieses Simple ist so tief und wunderschön und besonders und selten.

Aber es gibt es.

Wenn man lernt, seinen eigenen Weg zu gehen und das Leben als Erfahrung zu betrachten.

Was ich heute über Seelenliebe glaube

Seelenliebe hat nichts damit zu tun, dass ein Mensch sich für einen anderen aufgibt.

Ich bin heute manchmal selbst entsetzt, dass ich Dinge getan habe, die ich heute nicht mehr verstehen kann.

Wie konnte ich das tun?

Wie konnte ich glauben, dass Liebe bedeutet, mich selbst dabei immer weiter zu verlassen?

Und schon gar nicht muss einer seine Energie für jemanden reservieren, der sich nicht entscheiden kann.

Eine Verbindung ist ganz sicher nicht wertvoll, nur weil einer jahrelang leiden muss.

Eine große Lektion überhaupt ist, dass du irgendwann aufhörst, jemanden davon überzeugen zu wollen, dich zu wählen.

Und stattdessen selbst wählst.

Dich.

Dein Leben.

Deine Entwicklung.

Deine Kraft.

Deine Freude.

Deine Zukunft.

Deine Wunder.

Deine Liebe.

Und die Entscheidung, dass du morgen ein kleines bisschen besser wirst als dein heutiges Ich.

That’s it.

Und dann wird es passieren.

Du wirst diesem einen Menschen begegnen, der genau die gleichen Entscheidungen getroffen hat wie du.

Ein Mensch, der nicht darauf gewartet hat, dass du ihn rettest.

Ein Mensch, der nicht erwartet, dass du dich für ihn aufgibst.

Ganz im Gegenteil.

Er supportet dich.

Er unterstützt dich.

Er freut sich für dich.

Für deine Entwicklung.

Für dein Wachstum.

Ein Mensch, der seine eigenen Entscheidungen getroffen hat und sein eigenes Leben lebt, ohne andere Menschen dafür zerstören zu wollen.

Das ist der Moment, wenn zwei Menschen sich begegnen.

Nicht aus Mangel.

Sondern aus Fülle.

Aus Komplettheit.

Aus Ganzheit.

Jeder für sich.

Nicht, weil einer den anderen braucht, um vollständig zu sein.

Sondern weil beide bereits bei sich angekommen sind.

Und genau deshalb glaube ich heute daran

Heute kann ich deshalb mit großer Klarheit sagen:

Ich bin meinem Seelenpartner im echten Leben noch nicht begegnet.

Früher hätte mich dieser Gedanke vielleicht traurig gemacht.

Früher habe ich toxisches Verhalten als lebendige Verbindung gesehen.

Heute nicht mehr.

Und der Gedanke, dass ich diesem Menschen noch begegnen werde, ist für mich etwas ganz besonders Schönes.

Bis dahin lebe ich mein Leben.

Und ich freue mich jeden Tag.

Ich genieße es.

Ich habe Spaß.

Ich mache all die Dinge, die ich immer machen wollte.

Ich muss niemanden suchen.

Niemanden festhalten.

Niemanden von meiner Liebe überzeugen.

Ich muss niemanden durchs Leben tragen.

Außer meine Kinder.

Ich darf mein Leben leben.

Nach vorne.

Immer den Blick nach vorne.

Meine Energie bei mir behalten.

Für mich.

Für mein Leben.

Weiterlernen.

Weiterwachsen.

Weiterleben.

Und wenn da draußen ein Mensch ist, der wirklich so ist wie ich – oder vielleicht nicht in allem wie ich, aber der die gleichen Werte, diese Vorstellung von Liebe, dieses schöne Herz und diese Aufrichtigkeit lebt – dann wird auch er sein eigenes Leben leben.

Er wird seine eigenen Entscheidungen treffen.

Und er wird die gleichen Entscheidungen treffen wie ich.

Bis sich unsere Wege tatsächlich begegnen.

Nicht in einer Fantasie.

Nicht in einer karmischen Warteschleife.

Nicht in einer Dreiecksbeziehung.

Sondern im echten Leben.

Und dann schauen wir uns an.

Und beide wissen es.

Und beide fühlen es.

Ja. Ich entscheide mich für dich.

Ohne Spielchen.

Sofort.

Weil ich es spüre.

Denn genau das ist für mich heute Seelenliebe.

Nicht das Warten.

Nicht das Leiden.

Nicht das Hoffen.

Sondern die freie, bewusste und gegenseitige Entscheidung füreinander.

Und das finde ich einfach nur wunderschön.

Im Sein.

Bei mir.

Mit mir.

Einfach nur genial, liebenswert und lebenswert.


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